7. Oktober 2025
Museumspavillon KZ-Gedenkstätte Loibl Nord präsentiert
Das Erinnerungsjahr 2025/Leto spominjanja, das anlässlich 80 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg vom Kärntner Kulturgremium ausgelobt wurde, neigt sich langsam dem Ende zu. Heute, Dienstag, wurde von Kulturreferent LH Peter Kaiser ein weiterer wichtiger Meilenstein für die gelebte Erinnerungsarbeit in Kärnten/Koroška gesetzt: Am Nordportal des Loibl Tunnels wird ein Museumspavillon errichtet, in dem an das lange Zeit „vergessene“ Außenlager von Mauthausen erinnert wird.
Für LH Peter Kaiser schießt die Errichtung des Museumspavillons am Areal der ehemaligen Grenzpolizeistation eine Lücke in der Kärntner Erinnerungskultur. „Es war uns im Erinnerungsjahr 2025/Leto spominjanja wichtig, einem Ort der Erinnerung zu schafften. Der Museumspavillon sollte an die schrecklichen Gräultaten erinnern, die hier begangen wurden und gleichzeitig auch ein Ort der gelebten Erinnerungskultur und des Dialoges werden“, betonte Kaiser und dankte in diesem Zusammenhang allen Projektbeteiligten.
Wolfgang Muchitsch, Direktor des kärnten.museum, gab einen Einblick in die Entstehung des Projektes und erläuterte die weiteren Schritte.
„Wir werden nun zu einem Architekturwettbewerb mit acht Teams laden, an dem auch jeweils ein Büro aus Slowenien, Polen und Frankreich – also jenen Ländern aus denen die meisten Opfer des KZ-Lobil-Nord stammen – teilnehmen werden. Am 15. Jänner 2026 wird ein Gremium über die Einreichungen entscheiden“,
führte Muchitsch aus.
Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, ging auf die Bedeutung des Museumspavillon für die österreichische Erinnerungskultur ein.
„An diesem historischen Ort wird nur Geschichte vermittelt, sondern auch dazu animiert aus der Geschichte zu lernen“,
sagte Glück.
Für Petra Erian vom Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška ist das Museumspavillon ein wichtiger Schritt für die Erinnerungskultur in Kärnten. Kelag Vorstand Reinhard Draxler erörterte warum die „100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung“ die Errichtung des Museumspavillon unterstützt.
„Wir leben in einer Zeit der Digitalisierung – umso wichtiger ist es analoge Zeichen zu setzen und Orte der Erinnerung und Reflexionen zu schaffen“.
Für die Gestaltung des Museumspavillons wird ein Architekturwettbewerb mit acht geladenen Teams ausgelobt. Die Bundesimmobiliengesellschaft übernimmt die Projektsteuerung. Als sichtbares Zeichen wird im Außenbereich eine 150 Quadratmeter große, begehbare Vitrine errichtet, die ganzjährig besucht werden kann. In Innenbereich des Gebäudes wird ein Seminarraum für rund fünfzig Personen, inklusive Sanitärbereich entstehen. Für das inhaltliche Konzept, zeichnet sich das Landesmuseum Kärnten, die KZ-Gedenkstätte Mauthausen und das Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška|Mauthausen Komitee Österreich verantwortlich.
Die Gesamtkosten des Projektes sind mit 800.000 Euro veranschlagt, wovon 500.000 Euro von der „100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung“ übernommen werden. Die restlichen Mittel kommen aus dem Budget des Landesmuseums und der Orts- und Regionalentwicklung.
Weitere Informationen unter: www.kaernten.museum
Quelle: LPD Kärnten
